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Bizepssehnenschäden
Inhalt
Probleme an der langen Sehne des Bizepsmuskels (LBS) und dessen Ansatz im Schultergelenk können durch Unfall, durch immer wiederkehrende Traumatisierung (z.B. durch Sport) oder durch Verschleiß auftreten. Häufig sind chronische Sehnenrisse mit Engpassproblemen oder anderen Schultererkrankungen vergesellschaftet. Die lange Bizepssehne ist wegen Ihres bogenförmigen Verlaufes und des Ansatzes im Bereich der oberen, vorderen Schulterpfanne problemanfällig.
Manchmal, insbesondere bei älteren Männern, kommt es auch zu spontanen Rissen dieser Sehne. Dieses Ereignis ist meistens schmerzarm und bedarf keiner Behandlung. Nach Riss der LBS ist es möglich, dass der Bizepsmuskel nach unten „rutscht und dann das Bild eines „Popeye- Oberarms hervorruft (wenn dieser Spinat gegessen hat).
Wir unterscheiden Schäden im eigentlichen Sehnenbereich (zwischen Ansatz an der Gelenkpfanne und Sehnenkanalaustritt) und Schäden im Ansatzbereich der LBS. Da der Bizepsmuskel über zwei obere Sehnen verfügt und die lange Bizepssehne nur etwa 15% der Kraft dieses Muskels überträgt, können die schmerzhaften chronischen Teilrisse der LBS durch Abtrennung derselben im Gelenk erfolgreich behandelt werden (Tenotomie). Die Sehne rutscht dann mehr oder weniger stark nach unten und verklemmt sich meistens im Kanal. Um das – nur kosmetisch, nicht funktionell – störende Bild des zurückgerutschten Bizepsmuskels zu vermeiden, besteht auch die Möglichkeit die Sehne am Ansatz zu durchtrennen und ein Stück tiefer wieder an der Gelenkkapsel anzunähen oder im Kanal am Oberarmkopf knöchern zu befestigen (Tenodese).
Schäden im Ansatzbereich der Bizepssehne betreffen in der Regel nicht nur die Sehne selbst sondern auch den knorpeligen Erker der Schulterpfanne (Labrum), in den sie einstrahlt. Wenn hier ein instabiler Riss vorliegt haben Sie Schmerzen bei Kraftanstrengungen, Überkopfarbeit, Sport etc.. Die operative Versorgung besteht bei kleinen Einrissen in einer arthroskopischen Glättung des Labrums, ähnlich wie bei einer Meniskusteilresektion im Knie. Liegt jedoch ein stabilitätsrelevanter Riss vor, sollte dieser durch Nähte versorgt werden (SLAP-Repair). Das Vorgehen entspricht dabei im Prinzip der Kapselnaht bei Instabilität (Schulterluxation). In manchen Fällen ist aber keine Befestigung mit einem Knochenanker notwendig und es kann eine Seit- zu Seitnaht des abgelösten Gewebes durchgeführt werden.
In Seitlage wird das Innere des Schultergelenkes mit einem Arthroskop sichtbar gemacht und das Bild auf einem Fernsehmonitor übertragen. Über kleine Einstich zum betroffenen Schultergelenk können alle oben beschriebenen Eingriffe (mit Ausnahme der knöchernen Tenodese der LBS) vorgenommen werden. Sie haben nach der Operation je nach Sehnenriss vorne, hinten und seitlich am Schultergelenk kleine Einstichstellen. Diese können anfangs noch etwas empfindlich sein. Sie heilen in der Regel von selbst ab. Bei sehr komplizierten Verletzungen der Schultersehnen kann es jedoch auch notwendig sein das Schultergelenk über einen Schnitt zu eröffnen.
Nach einer Bizepstenotomie (Sehnenablösung ohne Befestigung) kann sofort funktionell nach dem Nachbehandlungsprogramm ESD behandelt werden.
Sollte eine Bizepssehnentenodese oder ein SLAP-Repair des Ansatzes der LBS im Schultergelenk durchgeführt worden sein, soll für etwa 6 Wochen keine größere Anspannung des Bizepsmuskels erfolgen. Nach dem SLAP-Repair wird der Arm für 3 Wochen auf einem Briefträgerkissen ruhiggestellt. Eine vollständige Belastbarkeit des Armes ist erst nach 3-4 Monaten gegeben.
Das kosmetische Ergebnis ist ausgezeichnet, da die Schulter nicht aufgeschnitten werden musste. Unsere bisherigen Ergebnisse mit arthroskopischen Operationen am Schultergelenk sind sehr gut, ernsthafte Komplikationen sind bisher nicht aufgetreten.
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Gelenkspiegelungsbild desselben Gelenkes nach Befestigung
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Komplikationsmöglichkeiten siehe Patienteninformation.