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Schultergelenkeinsteifung

 

Inhalt


 

Das Krankheitsbild

Je nach Ursache der Einsteifung von Schultergelenken (Frozen Shoulder) wird in eine primäre und eine sekundäre Form unterschieden.

Die primäre Schultersteife trifft häufig Frauen im mittleren Lebensalter. Es kommt zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut der betroffenen Schulter, die wiederum zu einer Gelenkkapselschrumpfung führt. Spezifische Ursachen können meistens nicht gefunden werden. Wir wissen jedoch, dass primäre Schultereinsteifungen gehäuft mit hormonellen- oder Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes oder Fettstoffwechselproblemen) vergesellschaftet sind. Die Erkrankung verläuft in Phasen. Zunächst bestehen Schmerzen, dann kommt es zur Einsteifung, die sich auch spontan (ohne Behandlung) zurückbilden kann.

Die sekundäre Schultersteife kann als Folge einer Verletzung, eines anderen Gelenkschadens, einer Operation, Infektion oder Ruhigstellung vorkommen. Auch hierbei wird die Beweglichkeitseinschränkung durch eine Gelenkkapselschrumpfung hervorgerufen.

Da bis zur Rückbildung häufig eine lange Zeit vergeht (1-2 Jahre) ist wegen der zwischenzeitlich bestehenden erheblichen Behinderung und der nicht in jedem Fall eintretenden spontanen Heilung dann eine Operation indiziert wenn eine konservative Therapie (mit Kortison und anschließender Krankengymnastik) nicht zum Ziel führt.


Operation

Die gesamte Operation erfolgt arthroskopisch. Zunächst wird über einen kleinen, auf der Rückseite der Schulter gelegenen Einstich das Schultergelenk (Glenohumeralgelenk) besichtigt. Hiernach erfolgt über einen oder zwei weitere Zugänge die Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut mit motorgetriebenen oder elektrochirurgischen Mikroinstrumenten. Dann wird über ein zirkuläres Lösen der geschrumpften Gelenkkapsel die vollständige Beweglichkeit wiederhergestellt (Arthrolyse).

Sie haben vorne und hinten am Schultergelenk kleine Einstichstellen. Diese können anfangs noch etwas empfindlich sein.

 

Gelenkspiegelungsbilder

 

Schultergelenk mit hochgradiger Gelenkschleimhautentzündung

 

 

Blick nach Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut

 

Nachbehandlung

Falls Sie noch Schmerzen haben sollten, erhalten Sie ein schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Medikament und eine Eisbehandlung. Sofort nach OP müssen unter fachlicher Anleitung krankengymnastisch passive Bewegungen in allen Richtungen durchgeführt werden. In der 2. Woche nach OP können - in Abhängigkeit des operierten Gelenkschadens - zunehmend auch aktive Bewegungsübungen erfolgen. Bitte vereinbaren Sie hierfür frühzeitig Termine bei einem Krankengymnasten Ihrer Wahl. Erfolgt keine krankengymnastische Nachbehandlung, kann sich Ihre operierte Schulter wieder einsteifen

 

Arbeitsfähigkeit

Nach Arthrolyseoperationen können Schreibtischarbeiten - in Abhängigkeit von Begleitschäden des betroffenen Gelenkes - nach 2-5 Tagen und körperliche Arbeiten nach 3-4 Wochen wieder aufgenommen werden.

 

Sportfähigkeit

Falls keine wesentlichen Zusatzschäden vorliegen, ist nach Arthrolyseoperationen Laufen, Radfahren und Brustschwimmen nach 2 Wochen und Überkopfsport sowie Krafttraining ab der 4. Woche nach OP möglich.

 

Ergebnisse

Die Ergebnisse der arthroskopischen Arthrolyse sind durchweg sehr gut. Dem Patienten kann in der Regel erheblich geholfen werden.

Komplikationsmöglichkeiten siehe Patienteninformation.